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News - Pressemitteilung

AndroCHECK "Männergesundheit in Österreich" und Vorstellung der Kampagne: "Frauen, die auf ihre Männer schauen."

Seit Jahren ist das Prostatakarzinom der häufigste bösartige Tumor und die zweithäufigste Krebstodesursache des Mannes. Jeder sechste bis achte Mann erkrankt im Laufe seines Lebens an diesem Tumor, jeder 30. stirbt daran. Pro Jahr wird bei etwa 6.000 Männern in Österreich diese Diagnose gestellt. Das Prostatakarzinom ist nur ein Beispiel von vielen urologischen Erkrankungen, die durch Früherkennung besser behandelt werden können. Die urologische Vorsorgeuntersuchung für Männer ab 40 Jahren, der androchecktm, wird jedoch nach wie vor zu wenig in Anspruch genommen. Der Berufsverband der Österreichischen Urologen schlägt Alarm und ruft mittels einer neuen Informationskampagne zur Vorsorge auf.


(Wien, 12. Mai 2011) - Im Rahmen einer Pressekonferenz, veranstaltet vom Berufsverband der Österreichischen Urologen (bvU), wurde heute die neue Gesundheitskampagne "Frauen, die auf ihre Männer schauen." der Öffentlichkeit präsentiert.
Männer und Frauen finden den Weg zum Arzt unterschiedlich: Während der jährliche Besuch beim Gynäkologen für Frauen zur Selbstverständlichkeit geworden ist, betrachten manche Männer Arztbesuche als Schwäche oder sie haben Angst vor Untersuchungen oder deren Ergebnissen. Die meisten Männer gehen erst zum Arzt, wenn sie Beschwerden haben. Männer werden besonders in Gesundheitsfragen von ihren Frauen (Ehefrauen, Partnerinnen, Müttern, Töchtern, Schwestern etc.) "gemanagt". Daher konzentriert sich die soeben gestartete Kampagne auf die Frauen. Diese werden aufgerufen, die Rolle der Informationsmittler zu ihren Männern zu übernehmen und sie dazu zu bringen, regelmäßig einen Urologen zu konsultieren. Auf Initiative des Berufsverbandes der Österreichischen Urologen, der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und der Österreichischen Ärztekammer wurde eine österreichweite Awareness-Kampagne initiiert, die der Männergesundheit einen höheren Stellenwert einräumen soll. "Mit der Kampagne `Frauen, die auf ihre Männer schauen.´ wollen wir einen ersten Impuls setzen, um möglichst viele Männer für die urologische Vorsorgeuntersuchung zu gewinnen", erläuterte Dr. Karl Dorfinger, Präsident des Berufsverbandes der Urologen und Landesfachgruppenobmann für Urologie der Ärztekammer für Wien, anlässlich der Pressekonferenz die Botschaften der Kampagne. Dieser unkonventionelle Weg der Ansprache sei gewählt worden, um zu zeigen, dass die Vorsorge beim Mann ein Thema für die ganze Familie ist. Die meisten Frauen seien sich der Wichtigkeit von regelmäßigen Untersuchungen bewusst und können so die Männer, die ihnen nahe stehen, am besten dazu motivieren.

Österreichweite Awareness-Kampagne zum Thema Männergesundheit gestartet
Verglichen mit frauenspezifischen Themen ist das Bewusstsein für Männergesundheit in der Öffentlichkeit viel schwächer verankert. Nicht nur das allgemeine Interesse ist gering, auch Männer selbst widmen sich nur allzu ungern diesem Thema. "Diese Kampagne soll daher die entscheidende Bedeutung von Gesundheitsvorsorge, Früherkennung und rechtzeitiger Behandlung darstellen, mit dem Ziel, in Österreich möglichst viele Männer ab 40 Jahren dazu zu bringen, die urologische Vorsorgeuntersuchung, den "androcheck" regelmäßig in Anspruch zu nehmen", führte Dr. Dorfinger weiters an. Neben klassischen Werbe- und PR-Maßnahmen werden die Botschaften der Initiative auch online an die Zielgruppen verbreitet: Eigene Websites, die ab 12. Mai unter www.ich-schau-auf-meinen-mann.com und unter www.ich-schau-auf-mich.com online sind, fassen kompakt und übersichtlich alle Informationen zur Kampagne zusammen.

Bewusstsein für Männergesundheit in der Öffentlichkeit wenig verankert
Das Thema Männergesundheit nimmt derzeit sowohl politisch als auch in der öffentlichen Wahrnehmung nur eine untergeordnete Rolle ein. Verglichen mit frauenspezifischen Themen, ist das Bewusstsein für Männergesundheit in der Öffentlichkeit weitaus schwächer verankert. Das ist umso erschreckender, als die Sterblichkeit bei einer der häufigsten Krebsarten bei Männern, nämlich Prostatakrebs - anders als bei den meisten anderen Krebsarten - deutlich verringert werden könnte.
"Die 2009 erstmals veröffentlichte große europäische Prostatakarzinom-Screening-Studie (Schröder et al.; NEJM) mit über 160.000 Teilnehmern konnte zeigen, dass durch Screening die Sterblichkeit an diesem Tumor um 20 Prozent gesenkt werden konnte. Am diesjährigen europäischen Urologenkongress, der Mitte März 2011 in Wien stattfand, wurden weitere Analysen dieser wichtigen Studie vorgestellt. Dabei zeigte sich, dass der Überlebensvorteil mit längerer Studiendauer noch weiter zunimmt. Nach 15 Jahren betrug der Überlebensvorteil annähernd 50 Prozent!", erläuterte Univ. Doz. Dr. Stephan Madersbacher von der Abteilung für Urologie und Andrologie am Wiener Donauspital.

Positiver Effekt des Prostatakarzinom-Screenings erneut bestätigt
Neue Daten aus Österreich bestätigen indirekt einen positiven Effekt des Prostatakarzinom-Screenings. "Bedingt durch den breiten Einsatz des Tumormarkers PSA (=Prostata-Spezifisches-Antigen) stieg in den letzten 15 Jahren der Prozentsatz der Patienten mit lokal-begrenzten und damit potenziell heilbaren Tumoren deutlich an. Parallel dazu sank der Prozentsatz der Patienten im metastasierten und damit unheilbaren Tumorstadien in den verschiedenen Altersgruppen um bis zu 64 Prozent. Zusammenfassend zeigen diese Daten also, dass durch eine PSA-basierte Prostatakarzinomvorsorge das Risiko, an diesem Tumor zu sterben, deutlich reduziert werden kann", so Univ. Doz. Dr. Madersbacher weiter.

androcheck - Die Gesundheitsvorsorge für den Mann:
Nur 17 Prozent der Österreicher gehen regelmäßig zum Urologen

Eine Vorsorgeuntersuchung kann die Entwicklung so mancher Krankheit verhindern. Leider nehmen nach wie vor zu wenige Männer die Vorsorgeuntersuchung beim Urologen regelmäßig in Anspruch. Im Rahmen des so genannten androchecktm wird die Männergesundheit hinsichtlich Funktion und Wohlbefinden von Harnorganen, Hormonhaushalt (insbesondere das Testosteron), Prostata und Sexualität geprüft. "Ab dem 40. Lebensjahr sollte jeder Mann einmal im Jahr neben der allgemeinen Gesundheitsvorsorge auch zum androchecktm beim Urologen", stellte Dr. Karl Dorfinger, Präsident des Berufsverbandes der Urologen und Landesfachgruppenobmann für Urologie der Ärztekammer für Wien, anlässlich der Pressekonferenz fest. "Nur 17 Prozent der österreichischen Männer gehen regelmäßig zum Urologen", bekräftigte auch Doz. Dr. Madersbacher. Der androchecktm wird in der Praxis des niedergelassenen Urologen durchgeführt und ist kostenlos.

Eine funktionierende Sexualität bis ins hohe Alter, die mit guter Gesundheit einhergeht, ist für die meisten Männer wie Frauen erstrebenswert. Für viele Männer ist dieses Bild aufgrund von Krankheiten jedoch nicht existent. Ursachen dafür sind vor allem Erkrankungen des Stoffwechsels und des Herz-Kreislaufsystems. Risikofaktoren sind neben dem erhöhten Alter vor allem ein ungesunder Lebensstil und erbliche Faktoren. Erektionsstörungen, Prostatakrebs, Schmerzen beim Harnlassen - über diese Beschwerden und Erkrankungen spricht Mann äußerst ungern. Potenzstörungen beeinträchtigen nicht nur die Lebensqualität, sondern sind sehr oft Anzeichen für organische Erkrankungen. Im Rahmen des androchecktm sollte daher auch die Sexualität Thema sein. "Die erektile Dysfunktion (ED), gelegentlich auch einfach als `Potenzstörung´ bezeichnet, gehört zu den häufigsten Sexualfunktionsstörungen des Mannes. Seriösen Schätzungen zufolge dürften in Österreich etwa 730.000 Männer von ED betroffen sein. Mehr als die Hälfte der Männer mit ED leiden zusätzlich an kardiovaskulären Erkrankungen, von denen sie oft nichts wissen. Auch bei anderen `Wohlstandserkrankungen´ wie Hypertonie, Fettstoffwechselerkrankungen oder Diabetes mellitus gibt es eindeutig Korrelationen zu ED", führte Dr. Dorfinger an.

Prominente unterstützen Initiative "Frauen, die auf ihre Männer schauen."


Pressefoto © APA Thomas Preiss

Die Kampagne zur Männergesundheit "Frauen, die auf ihre Männer schauen." findet auch bereits prominente Unterstützung. Dr. Vera Russwurm und Janet Kath, Geschäftsführerin der Interio Möbel- und Einrichtungs GmbH, fungierten als prominente Botschafterinnen bei der Kick-Off-Pressekonferenz. Dr. Russwurm ist von der Sinnhaftigkeit der Initiative überzeugt: "Männer gehen statistisch gesehen weniger oft zum Arzt oder in die Apotheke. Es gilt einen Weg zu finden, um die Bedeutung von Gesundheits- und Vorsorgeuntersuchungen ins Bewusstsein der Männer zu bringen. Initiativen wie jene zur Männergesundheit leisten einen entscheidenden Beitrag dazu." Janet Kath bezog zur Rolle der Frauen Stellung: "Frauen übernehmen oft die Rolle von `Gesundheitsmanagerinnen´ für die ganze Familie - für die Kinder, die Eltern und natürlich auch für die Ehemänner oder Lebensgefährten. Ich erachte daher die Ziele der Initiative `Frauen, die auf ihre Männer schauen.´ als unterstützenswert und werde die Anliegen gerne weiter kommunizieren."

Rückfragehinweis:
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